Rönnow, Cai (19. Jh.). Waldweg am See, um 1900.


Rönnow, Cai (19. Jh.). Waldweg am See, um 1900.

Artikel-Nr.: Z - R015/001
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Cai Rönnow (19. Jh.). Waldweg am See. Goauche, 31,5 x 46,5 (Sichtmaß), 44 x 58,5 cm (Rahmen), unten rechts signiert „Cai Rönnow“, um 1900.
Unter Glas. Rahmen beschädigt und reparaturbedürftig.

 

zum Werk

Die dargestellte sommerliche Landschaft nimmt den Betrachter unmittelbar gefangen. Dabei wird der Blick sowohl vom hellen Sandweg als auch durch den Verlauf des Sees in die Bildtiefe hineingeführt. Durch diese Parallelisierung entsteht eine Spannung zwischen den Bildhälften, die sich zugleich als wechselseitige Ergänzung auswirkt und die eigentümliche Faszination des Bildes hervorruft. Während der ‚Baumtunnel‘ links vom hellen Weg ‚erleuchtet‘ ist und ins lichte Hellgrün führt, bildet das Gewässer ein vergleichsweise dunkles Band. Der Himmel ist hingegen strahlend hell und dem dunklen Blattwerk des Waldes gegenübergeordnet.
Das motivisch zweigeteilte Bild - rechts der Wald, links der See - ist durch einen sich auch farblich niederschlagenden Hell-Dunkel-Kontrast miteinander verbunden, ohne dass dabei Brüche innerhalb des Realitätseindrucks auftreten würden. Ganz im Gegenteil ist die Gegensätzlichkeit von einem inneren Gleichklag getragen, der sich in der ebenso ruhigen wie geheimnisvollen Atmosphäre des menschenleeren Weges und der gänzlichen unbewegten Wasseroberfläche niederschlägt.
Das Werk Rönnows ist zugleich ein Bild der Augenlust wie der meditativen Betrachtung und damit eines der letzten Glanzlichter der mit der Romantik eines Caspar David Friedrich etablierten, im 19. Jahrhundert auf die denkbar reichhaltigste Weise ausdifferenzierten ‚sakralen Landschaft‘.

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