Grützner, Eduard von (1846-1925). Altdeutscher Männerkopf.


Grützner, Eduard von (1846-1925). Altdeutscher Männerkopf.

Artikel-Nr.: Z - G018/010

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Eduard von Grützner (1846 Groß-Karlowitz bei Neisse  - 1925 München). Altdeutscher Männerkopf. Rötel auf Papier, 48 x 35,2 cm (Sichtmaß), 77 x 61,5 cm (Rahmen), verso bezeichnet „aus der Skizzen Mappe von Onkel Grützner. 1925 [im Todesjahr Grützners] bekommen, gezeichnet vor 1899“ und  mit dem Signet des Neffen versehen.
Unter Glas gerahmt, Passepartout.

 

zum Werk

Das großformatige Studienblatt zeigt einen altdeutschen Landsknecht der Dürerzeit. Grützer hat Werke dieser Epoche nicht allein gesammelt, sie stellen - wie sich hier zeigt - zugleich eine Inspirationsquelle und einen programmatischen Anschluss für sein künstlerisches Schaffen dar. Ob der Studie eine konkrete bildliche Vorlage zugrunde lag, es sich um einen Schauspieler handelt oder der Kopf frei geschöpft worden ist, Grützer revitalisiert in einer äußerst feinen und dennoch großartigen Weise die vergangene Epoche, wodurch diese als eine auch für die Gegenwart maßgebliche Größe in Erscheinung tritt. Im aus dem Bild hinaus gerichteten Blick liegt eine durchdringende Entschlossenheit, während die feinen Haare des Bartes und das sich zu eleganten Locken windende Haupthaar das doch stets ins Schematische tendierende strenge Profil verlebendigen und die Schönheit des vom opulenten Hut gekrönten Antlitzes herausstellen.
Die Studie verdeutlicht, dass sich Grützners Genremalerei eben nicht klar von der Historienmalerei abgrenzen lässt, sondern durchaus vom Anspruch der Historienmalerei, wie sie Grützer bei Piloty erlernt hatte, getragen wird.

 

„Als Porträtist ist Grützner wenig in Erscheinung getreten, obwohl er gerade auf diesem Gebiet, nach den wenigen Proben zu schließen, Bedeutendes hätte leisten können.“

Thieme-Becker

 

 

zum Künstler

Mäzenatisch unterstützt konnte der begabte junge Grützner die Münchner Kunstakademie besuchen, wo er zunächst die Vorschule bei Hermann Dyck absolvierte und dann in die Antikenklasse von Johann Georg Hiltensperger und Alexander Ströhuber kam. 1865 wurde er in die Naturklasse von Hermann Anschütz aufgenommen und 1867 schließlich Schüler von Carl Theodor von Piloty. Gegen 1870 verließ Grützner die Akademie, um sein eigenes Atelier in München zu eröffnen. Schnell stellten sich erste Erfolge eine und 1880 wurde Grützner der Verdienstorden des Hl. Michael verliehen. Als erfolgreicher Künstler prosperierend konnte sich Grützner 1883 nahe des Maximilianeums eine eigene repräsentative Villa erbauen lassen. 1886 erfolgte die Verleihung des Professorentitels durch den Prinzregenten Luitpold von Bayern und 1916 wurde er von König Ludwig III. geadelt.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Grützner leidenschaftlicher Sammler von Kunstwerken der deutschen Spätgotik und frühen Renaissance. In hohem Alter wandte er sich zusehends der chinesischen Philosophie zu, fing an ostasiatische Kunst zu sammeln und Japanisch zu lernen.
Neben Carl Spitzweg, mit dem Grützner eine enge Freundschaft verband, und Franz von Defregger war Eduard von Grützner der bedeutendste Münchener Genremaler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Auswahl öffentlicher Sammlungen, die Werke von Eduard von Grützner besitzen:

Ermitage St. Petersburg, Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Kunstmuseum St. Gallen, Landesmuseum Mainz, Museum der Bildenden Künste Leipzig, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Neue Pinakothek München, Stadtmuseum Trier, Theater-Museum Köln.

 

 

Auswahlbibliographie

Fritz von Ostini: Eduard von Grützner, Bielefeld 1902.     

Eduard von Grützner: Eine Selbstbiographie. Hrsg. von H. Schmidt, München 1922.

Manuel Gasser: München um 1900, Bern - Stuttgart 1977.            

László Balogh: Eudard von Grützner. 1846-1925. Ein Münchner Genremaler der Gründerzeit. Monographie und kritisches Verzeichnis seiner Ölgemälde, Ölstudien und Ölskizzen, Mainburg 1991.

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