Flashar, Max (1855-1915). Die Zwillingsbrüder, 1900.


Flashar, Max (1855-1915). Die Zwillingsbrüder, 1900.

Artikel-Nr.: Z - F012/001

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Max Flashar (1855 Berlin - 1915 München). Die Zwillingsbrüder, 1900. Tusche, laviert, 45 x 37,5 cm (Darstellung), 57,5 x 47,8 cm (Blattgröße), rechts unten signiert und datiert „M. Flashar [19]00“. Rückseitig mit Bleistift betitelt, rechts unten signiert und datiert „M. Flashar [19]00“. Rückseitig mit Bleistift betitelt.
Breiten Ränder angestubt.

 

zum Werk

Auf dem Trottoir einer opulenten historistischen Platzanlage begegnet der Betrachter zwei außergewöhnlichen Flaneuren: einem gleichgekleideten untergehakten Zwillingspaar, das freudestrahlend die Welt für sich erobert zu haben scheint. Dieser Eindruck wird von den nach oben gezwirbelten Schnurrbärte, den hochfliegenden Haare und den keck auf den Köpfen sitzenden Hüte noch unterstrichen. Ihre aus einer ungetrübten Selbstzufriedenheit hervorzuquellende, schier unglaubliche Fröhlichkeit hat nichts Lächerliches, sondern einen geradewegs surrealen Charakter. Der von erwachsenen eineiigen Zwillingen aufgrund der ‚gedoppelten Identität‘ bewirkte ‚Realitätsbruch‘ wird von Flashar hier auf die Spitze getrieben. Dazu bedient er sich einer an die zeitgenössische Schwarz-Weiß-Fotografie angelehnten Grisaille-Technik, ohne jedoch in einen Fotorealismus zu verfallen. Es sind gerade die malerischen Qualitäten des Bildes, die der Szenerie ihren frappierend gegenwärtigen Charakter verleihen.
Das großformatige Blatt stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass Max Flashar keineswegs bloß ein illustrierender Gebrauchsgraphiker war, sondern zur Forcierung einer Bildidee alle Register der Kunst zu ziehen wusste.

 

zum Künstler

Max Flashar besuchte zunächst unter Stanislaus von Kalckreuth die Weimarer Kunstschule, wechselte dann an die Münchner Akademie und wurde nach einem Pariser Studienaufenthalt Schüler von Luwig Knaus an der Berliner Akademie. Als gefragter Porträtmaler schuf er das Bildnis des Dichters Freiligrath und die Porträts des Prinzen von Schönburg-Waldenburg und der Gräfin Lázar. Ab 1883 war Flashar Mitarbeiter der Münchner Fliegenden Blätter. Daneben entwarf er Plakate und war als Kinder- und Jugendbuchillustrator tätig. Seine Bilder, etwa zu Hans Christian Andersens Märchen für Kinder (1889) oder Paul Arndts Im Märchenwalde (1890), erfreuten sich großer Beliebtheit.
Von 1909 an war Flashar regelmäßig auf der jährlichen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast vertreten. Er war Mitglied der Münchner Künstler-Genossenschaft.   

 

Auswahl öffentlicher Sammlungen, die Werke von Max Flashar besitzen:

Kunsthalle Hamburg, Lenbachhaus München.

 

 

Auswahlbibliographie

Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 12, Leipzig 1920, S. 75.

Horst Ludwig: Münchner Maler im 19. Jahrhundert. Bd. 1, München 1981, S. 348-350.

Hans Ries: Illustration und Illustratoren des Kinder- und Jugendbuchs im deutschsprachigen Raum. 1871 - 1914, Osnabrück 1992, S. 520.

Saur allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 41, 2004, S. 93-94.

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