Fröhlich, Karl Hermann (1821-1898). Verschiedene Händler aus einer Märchenwelt, um 1865.


Fröhlich, Karl Hermann (1821-1898). Verschiedene Händler aus einer Märchenwelt, um 1865.

Artikel-Nr.: V - SF019/001
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Karl Hermann Fröhlich (1821 Stralsund - 1898 Berlin). Scherenschnitt verschiedener Händler aus einer Märchenwelt. 11 x 14,5 cm (Bildgröße), 18 x 26 cm (Blattgröße), rechts am Rand mit dem Vermerk „Emil Lange Nachlaß“ versehen, um 1865.

 

zum Werk

Äußerst filigran geschnittene Szenerie, bei der der Künstler sein ganzen Können unter Beweis gestellt hat, indem er mit dem Figurenhändler zusätzlich eine Mikroszenerie ins Bild einführt (Schattenliliput). Die gezeigten Personen sind jeweils für sich dargestellt und doch aufeinander bezogen, so dass der Betrachter dazu angespornt wird, einen Handlungszusammenhang zu imaginieren, der mit humoristischen Tönen unterlegt ist. 

 

„Karl Fröhlich war neben Wilhelm Müller (1804-1865) und Paul Konewka (1840-1871) der wohl bedeutendste und produktivste Scherenschnittkünstler des 19. Jahrhunderts. Neben seinen zahllosen Scherenschnitten haben wir ihm aber auch zahlreiche Fabeln, Gedichte und Lieder zu verdanken, die in Kombination in etlichen Veröffentlichungen ein begeistertes Publikum im In- und Ausland fanden.“

Christa Weber

 

 

zum Künstler

Karl Fröhlich wurde von den Scherenschnitten Philipp Otto Runges und Wilhelm Müllers inspiriert. Er war mit Ferdinand Freiligrath, Justinus Kerner, Gustav Schwab, Fritz Reuter, Theodor Storm, Emanuel Geibel, Claus Groth und Fanny Lewald bekannt und selbst schriftstellerisch tätig. Aufgrund seines Eintretens für die streikenden Buchdrucker 1848 kam Fröhlich einige Monate in Haft, wo er die 1849 publizierten „Lieder aus dem Gefängnis“ verfasste. Für das von Thekla von Gumpert herausgegebene Jahrbuch Herzblättchens Zeitvertreib lieferte Fröhlich beinahe über 40 Jahre hinweg künstlerische Beiträge. Auch die von Julius Lohmeyer herausgegebene Deutsche Jugend belieferte Fröhlich regelmäßig.

 

Ab den 1860er Jahren begann Fröhlich mit seinen Mikroschnitten und wählte ab den 1870er Jahren, im Zuge des Aufkommens der Fotografie als Reproduktionsmittel, wieder größere Formate.
1889 stellte Fröhlich im Verein Berliner Künstler aus. Im Jahr darauf folgte eine Ausstellung im Kunst- und Gewerbemuseum Hamburg. Sein 70. Geburtstag fand in vielen Zeitschriften eine ehrenvolle Erwähnung. In die 1892 publizierte 14. Auflage des Brockhauses wurde seine Biografie aufgenommen.

 

 

Auswahl öffentlicher Sammlungen, die Werke von Karl Fröhlich besitzen:

Alte Nationalgalerie Berlin, Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Grafschaftsmuseum Wertheim (Karl-Fröhlich-Kabinett), Kulturhistorisches Museum Stralsund, Stiftung Pommern Greifswald.

 

 

Auswahlbibliographie

Irene Dyhrenfurth: Geschichte des deutschen Jugendbuches, Hamburg 1951.

Heiner Jacobs: Die Bilderwelt im Kinderbuch. Kinder- und Jugendbücher aus fünf Jahrhunderten, Köln 1988.

Dorina Kasten: Schwarze Kunst - scharf geschnitten. Porträtsilhouetten und Scherenschnitte aus der Sammlung des Kulturhistorischen Museums der Hansestadt Stralsund, Stralsund, 1996.

Kulturhistorisches Museum Stralsund (Hrsg.): Karl Fröhlich, Mit Schere und Feder. Die neuesten Silhouetten und Reime für große und kleine Kinder. Stralsund, 1998.

Saur allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 45: Freyer - Frydery, München 2005.

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