Moras, Walter (1856-1925). Sommerliche Fjordlandschaft.


Moras, Walter (1856-1925). Sommerliche Fjordlandschaft.

Artikel-Nr.: G - M015/010
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Walter Moras (1856 Berlin - 1925 Harzburg). Sommerliche Fjordlandschaft. Öl auf Leinwand, auf Holz maroufliert, 33 x 49 cm (Innenmaß), 44 x 60 cm (Rahmen), unten links signiert "W. Moras".

 

zum Werk

Das Bild zeigt eine Fjordlandschaft, die nach hinten von einer massiven, einzig einen schmalen Himmelsstreifen freigebenden Bergkette abgeschlossen wird. Innerhalb dieses abgeschiedenen Reichs fungieren die erst bei genauerem Hinsehen zu entdeckenden Ansiedlungen wie ein in den Naturraum hineingesetzter Maßstab, wodurch - trotz des relativ kleinen Bildformats - nochmals die Monumentalität der Bergmassive verstärkt wird.
Weit deutlicher hervorgehoben als die Ansiedlungen ist das am steinernen Steg liegende Ruderboot. Mittig im Bildvordergrund situiert und von der hafenartigen Befestigung eingerahmt, stellt es ein zentrales Bildmotiv dar. Als Resonanzkörper lässt das Ruderboot die leichten Wellenbewegungen spürbar werden, welche die Oberfläche des Sees durchziehen und der glatten Wasseroberfläche eine innere Lebendigkeit verleihen. Die Ruhe des sanft bewegten Wasserspiegels verbindet sich mit der erhabenen Mächtigkeit der gletscherbekrönten Berge. Es entsteht eine Atmosphäre, die in der geheimnisvollen Lichterscheinung auf der Mitte des Wasser gipfelt.
Trotz der Lichthaltigkeit der Bildgegenstände ist das Gemälde - wie für Walter Moras typisch - primär aus einer Tektonik der Farben aufgebaut. Am vorderen Bildrand löst sich die Gegenständlichkeit gar in 'Farbmassen' auf, ohne das die Gegenstandsbezogenheit dabei allerdings gänzlich aufgehoben wäre, so dass diese Bereiche als visuelles Präludium der dargestellten Szenerie fungieren.

 

zum Künstler

Walter Moras wurde im Atelier des Berliner Marine- und Landschaftsmalers Hermann Eschke ausgebildet. Zu den Schülern des späteren königlichen Professors gehörten neben Moras auch Louis Douzette, Moritz Erdmann, Ernst Koerner und Carl Saltzmann. Zwischen 1876 und 1910 war Moras regelmäßig auf der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten. Auch beteiligte er sich an den Werkschauen des Bremer, Oldenburger und Königsberger Kunstvereins und war 1890 auf der Jahresausstellung in München vertreten.
Um sich in der Freiluftmalerei zu üben, reiste Walter Moras - durch seinen Lehrer Hermann Eschke motiviert - nach Norwegen, dessen Landschaften, insbesondere die unmittelbare Verbindung der Gebirgsmassive mit dem Wasser, immer mehr Maler anzog, die sich - statt in Italien der arkadischen Landschaft nachzuspüren - in nordische Gefilde begaben. In Folge seiner Erfahrungen mit der Landschaftsmalerei bereiste Walter Moras Mecklenburg, Pommern, Rügen und Ostpreußen, sowie das märkische Umland Berlins. In späteren Jahren entdeckte er den malerischen Reiz des Spreewaldes. Dort wurde der Fotograf Magnus Brunkhorst sein Freund und Mäzen, der in seiner Lübbener Kunsthandlung Bilder von Moras ausstellte.

Das Lübbener Schlossmuseum widmete Walter Moras 2007 eine monografische Ausstellung.

 

Auswahl an öffentlichen Sammlungen, die Werke von Walter Moras besitzen

Alte Nationalgalerie Berlin, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, Museum im Steintor Anklam, Stadtmuseum Berlin, Stadt- und Regionalmuseum Lübben.

 

 

Auswahlbibliographie

Friedrich von Bötticher: Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte, Leipzig 1941.

Irmgard Wirth: Berliner Malerei im 19. Jahrhundert. Von der Zeit Friedrichs des Großen bis zum Ersten Weltkrieg, Berlin 1990.

Alfried Nehring: Walter Moras. Spuren eines Malerlebens; aus der Blütezeit der Freilichtmalerei, Bentwisch 2010.

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