Mali, Jan (1828-1865). Voralpenlandschaft mit blühenden Sträuchern.


Mali, Jan (1828-1865). Voralpenlandschaft mit blühenden Sträuchern.

Artikel-Nr.: G - M001/001

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Jan Mali (1828 Broekhuizen - 1865 München). Voralpenlandschaft mit blühenden Sträuchern. Öl auf Leinwand, 52 x 65 cm (Innenmaß), 65,5 x 79 cm (Rahmen), links unten signiert "J. Mali.".

 

zum Werk

Die wirkungsvolle Bildidee Jan Malis besteht in der außergewöhnlichen Disposition des Landschaftsausblicks: Der ansteigende Vordergrund nimmt etwa die Hälfte der Bildfläche ein, um dann abrupt abzubrechen, so dass der Vordergrund eine eigene Horizontlinie ausbildet, hinter der sich der Berg des Hintergrundes - durch die Luftperspektive verblasst - wie eine monumentale Erscheinung darbietet. Da es sich bei dem Berg allerdings nicht um ein schroffes Felsengebirge, sondern um eine ebenfalls baum- und grasbewachsene Anhöhe handelt, besteht trotz der durch die dunklen Bäume am rechten Bildrand forcierten Trennung eine von den Grüntönen farblich getragene unmittelbare Verbindung zwischen Vorder- und Hintergrund, so dass der sich entziehende Berg zugleich nahe gegenwärtig wirkt. Eben dieses Phänomen einer in der Nähe präsenten Ferne wird Walter Benjamin später in seiner Schrift "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" (1936) begrifflich als "Aura" fassen.
Die Bildspannung zwischen Vorder- und Hintergrund wird in weiteren Bezügen aufgegriffen. So führt der Feldweg ins Bild hinein, um sich Richtung Bildmittelgrund dem Blick zu entziehen, während der klare Gebirgsbach - aus dem Mittelmittelgrund kommend - parallel zum Weg den Bildvordergrund Richtung Bilddiesseits durchfließt, wobei der Weg an dieser Stelle das Wasser kreuzt und wiederum ins Bild hineinführt. Durch diese Bildbewegungen wird der Blick des Betrachters dazu angehalten, das Bild zu durchwandern und dabei die Schönheit der in meisterlichem Pinselduktus aufgetragen Wildblumen zu genießen.
Die benannten Momente des erfindungsreich spannungsvollen Umgangs mit dem Sujet der Landschaft machen dieses Gemälde zu einem charakteristischen, relativ frühem Bild der Münchner Schule der Landschaftmalerei.

 

zum Künstler

Der früh verstorbene Landschaftsmaler Jan (Johann Cornelis) Mali erhielt seine künstlerische Ausbildung - ebenso wie sein bekannterer Bruder, Christian Friedrich Mali - bei seinem Schwager, dem holländischen Landschaftsmaler Pieter Francis Peters. Im Anschluss daran ging Jan Mali nach München, wohin ihm auch sein Bruder Christian Friedrich folgte.
Der künstlerische Nachlass der beiden Brüder liegt in Biberach.

 

Auswahl an öffentlichen Sammlungen, die Werke von Johann Mali besitzen

Kunsthalle Hamburg, Städtische Kunstsammlungen Biberach.

  

 

Auswahlbibliographie

Friedrich von Boetticher: Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Bd. I,2, Dresden 1895.

Horst Ludwig (Hg.): Münchner Maler im 19. Jahrhundert in sechs Bänden, Bd. 3, Lacher - Ruprecht, München 1982.

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