Graupner, F. oder H. (Maler des. 19. Jh.). Spanierin mit Mandoline.


Graupner, F. oder H. (Maler des. 19. Jh.). Spanierin mit Mandoline.

Artikel-Nr.: G - G018/001

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Graupner, F. oder H. Maler des 19. Jh.. Zigeunerin mit Mandoline. Öl auf Leinwand, 72,5 x 56,5 cm (Innenmaß), 99,5 x 84 cm (Rahmen), Mittig links signiert. Opulenter Goldrahmen mit weit geschwungener Hohlkehle.
Rahmen schadhaft.

 

zum Werk

Anstatt auf die Partitur zu schauen, auf welcher die Mandoline ruht, blickt die junge Frau nach links oben ins Bildjenseits und lauscht den verklingenden Tönen nach. Neben dem Blick künden die von unten nach oben führende Beinhaltung und die Ausrichtung der Mandoline von einer durch die Musik ausgelösten innerlichen Aufwärtsbewegung. Zu dieser Erhebung trägt auch der ungewöhnliche bildinterne Rahmen eines Halbtondos bei, der das Bild zwar nach unten abschließt nach oben jedoch offenhält.
Ist die Musik traditionell das Heilmittel der Melancholie, ist sie ebenso gut Ausdrucksträger der Sehnsucht, welche die irdische Schönheit der Mandolinenspielerin verklärt. Die grazile Fingerhaltung und das weit ausgeschnittene, von prachtvollen Locken gerahmte Dekolleté, das der jugendlichen Schönheit eine erotische Note verleiht, sind hell erleuchtet, während das Gesicht verschattet ist, um den Glanz der Augen und die den Kopf umgebende Lichtaura des Fonds umso stärker hervortreten zu lassen.    
Graupner gelingt es, auf eine ganz natürliche Weise die historistische Rezeption Raffaels mit dem Geheimnisvollen des Orientalismus zu einem spätromantischen, von der unsichtbaren Sensualität der Musik getragenem Sehnsuchtsbild zu verschmelzen.

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