Gaupp, Gustav Adolf (1844-1918). Mann mit Schnurrbart.


Gaupp, Gustav Adolf (1844-1918). Mann mit Schnurrbart.

Artikel-Nr.: G - G001/001

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Gustav Adolf Gaupp (1844 Markgröningen - 1918 Obertürkheim b. Stuttgart). Mann mit Schnurrbart. Öl auf Leinwand, 52 x 42,5 cm (Innenmaß), 71 x 62 cm (Rahmen), oben rechts signiert "G.Gaupp.".
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zum Werk

Der Körper des rotgekleideten Herrn ist bildparallel gestellt, während er den leicht nach vorn gebeugten Kopf nach links gewendet hat, um etwas jenseits des Bildes liegendes in den Blick zu nehmen, das dem Betrachter verborgen bleibt. Die Ausdrucksintensität, die der Kopf durch die Wendung gewinnt, wird verstärkt, indem Hintergrund und Körper zu einer Fläche verbunden sind, aus der sich der Kopf dem Betrachter entgegenwölbt. Die plastische Gegenwärtigkeit wird wiederrum durch den geschichteten Farbaufbau des Inkarnats zur Haptizität gesteigert. Der virtuose, an Frans Hals gemahnenden Pinselduktus bestimmt, auf eine lasierendere Art und Weise, zugleich aber auch Körper und Hintergrund, so dass die Bildeinheit - trotz des hervortretenden Kopfes - nicht in Frage gestellt wird. Vielmehr sorgt der vom Pinselduktus vitalisierte, das Inkarnat einbettende farbliche Dreiklang 'Schwarz, Rot, Grau' für eine in sich spannungsvolle Ausgewogenheit.
Durch die Wendung des in seiner Plastizität herausgearbeiteten Kopfes gewinnt das Porträt eine erzählerische Dimension, die im Blick Mannes kulminiert. Auch er - dies zeigen die tief verschatteten Augen an - vermag nicht gänzlich zu erkennen, was er erblickt und dennoch erfordert der Gegenstand seiner Betrachtung eine ihn innerlich ergreifende Hinwendung. Der erzählerische Zug und die tief verschatteten Augen weisen das Bild als ein an der Historienmalerei - wie sie Gaupp bei Piloty erlernt hatte - orientiertes Studienporträt aus.

 

zur Person

Gustav Adolf Gaupp widmete sich zunächst unter Adolf von Gnauth an der Kunstakademie Stuttgart der Lithographie, um anschließend an der Wiener Akademie Malerei zu studieren. Es folgte ein Studienaufenthalt an der Royal Academy of Arts in London. Ab 1870 besuchte Gaupp die Münchner Kunstakademie und trat 1873 in das Atelier von Karl Theodor von Piloty ein, dessen kontrastreicher Kolorismus für Gaupps Werk richtungsweisend war. Nach zwei weiteren Studienjahren in Rom und Venedig, war Gaupp von 1880 bis 1884 in Hamburg und London als Porträtmaler tätig. Er nahm an den Stuttgarter, Münchner und Düsseldorfer Kunstausstellung teil.
Werke Gaupps befinden sich unter anderem in Museen in Stuttgart, Marbach und Biberach.

 

 

Auswahlbibliographie

Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 13, Leipzig 1920, S. 281.

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